Amblyopiescreening – Frühzeitige Erkennung von Sehstörungen

Kinder müssen das Sehen erlernen!

Genauso wie beim Laufen oder Sprechen müssen Kinder in den ersten Lebensjahren auch das Sehen mit beiden Augen (binokulares Sehen) erlernen. Die Fortschritte bei den ersten Gehversuchen oder dem Artikulieren der ersten Worte erleben die Eltern täglich mit. Wie und was Ihr Kind sieht, bleibt Ihnen dagegen verborgen. Dabei sind zwei gesunde Augen sind für das Wohlergehen eines Kindes von zentraler Bedeutung. Eine Sehschwäche in Folge einer Sehstörung beeinträchtigt die schulischen Leistungen, erhöht die Unfallgefahr im Straßenverkehr und kann die Berufswahl einschränken.

Eine Sehschwäche beeinträchtigt den Lernprozess des Kindes

Entstehung einer Schwachsichtigkeit (Amblyopie)

Das Sehen besteht aus zwei Vorgängen, der Bildaufnahme durch die Augen und der Bildverarbeitung im Gehirn. Das Zusammenspiel von Augen und Gehirn müssen Neugeborene üben, damit sich der Sehnerv, bzw. die zum Sehen erforderlichen neuronalen Verknüpfungen zwischen Augen, Sehrinde und Augenmotorik ausbilden können. Dabei sind die ersten Jahre für die Entwicklung eines gesunden beidäugigen Sehens die wichtigsten. Treten in dieser Zeit Sehstörungen auf, so verläuft dieser Lernprozess unwiederbringlich fehlerhaft. Augen und Gehirn werden nicht richtig trainiert und das Kind wird nie seine volle Sehkraft entwickeln. Man spricht dann von einer Schwachsichtigkeit, bzw. einer Amblyopie.

Mögliche Ursachen

Die häufigsten Ursachen einer Amblyopie sind Refraktionsfehler, Medientrübungen und Strabismus (Schielen). Sieht ein Auge schlechter als das andere, schaltet das Gehirn die Bilder vom schlechten Auge ab. Tritt eine solche Sehstörung in den ersten Lebensjahren auf, so wird das Zusammenspiel von Auge und Gehirn nicht richtig trainiert und das Kind wird nie seine volle Sehkraft erreichen. Man spricht dann von einer Schwachsichtigkeit, bzw. einer Amblyopie. Refraktionsfehler und Strabismus liegen oft gemeinsam vor und sind für über 90% der Amblyopien verantwortlich.[1]

Symptome

Eine Schwachsichtigkeit lässt sich meist nur schwer erkennen. Kinder merken selbst nicht, dass sie eine Sehstörung haben. Deshalb wird eine Amblyopie in den meisten Fällen von der Umgebung nicht erkannt.

Zeigt ihr Kind eine der folgenden Auffälligkeiten, sollte es an einer Augenvorsorge teilnehmen:

  • Schwierigkeiten Distanzen und Geschwindigkeiten einzuschätzen
  • Schnelles Ermüden und Unlust beim Lesen
  • Häufiges Augenblinzeln, -kneifen oder –reiben
  • Ungeschicktheit oder Koordinationsprobleme
  • Motivations- oder Konzentrationsprobleme
  • Krakelige und ungleichmäßige Handschrift

Erkennung und Prävention

Je früher eine Sehstörung behandelt wird, desto besser kann eine Amblyopie vermieden werden. Nur eine richtige und rechtzeitige Therapie kann eine lebenslange Sehschwäche verhindern. „Denn wenn man eine Fehlsichtigkeit früh behandelt, hat man auch eine gute Chance auf eine Besserung. Unternimmt man hingegen nichts, wird es immer schlimmer.“, erklärt Dr. Thomas Baumann, Kinderarzt aus Solothurn.[2]

Zurzeit wird erst in einer von drei Kinderarztpraxen mit der modernen Technik gemessen. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass Eltern Ihr Kind zu einem Kinderarzt mit dem Visustest zur Amblyopieerkennung und nicht zu einem Kinderarzt mit der modernen Technik zur Amblyopievorsorge bringen. Doch was ist der Unterschied?

Amblyopieerkennung durch sogenannten „Visustest“:

„Die erste quantitative, monokulare [auf einem Auge] Bestimmung des Visus ist in der Praxis ab dem 3./4. Lebensjahr möglich. Dazu benennt das Kind die Gegenstände oder Sehzeichen auf einer Tafel (z. B. LeaHyvärinen­Test).“[3] Der Visustest ist verlässlich, lässt sich allerdings erst anwenden, wenn das Kind Dinge erkennen und benennen kann. Dies ist meist zu spät, um eine bestmögliche Behandlung oder sogar Vermeidung einer Amblyopie garantieren zu können. Darüber sind diese Tests nicht dazu geeignet Refraktionsfehler zuverlässig aufdecken zu können.

Besser:

Amblyopievorsorge durch sogenanntes „Amblyopiescreening“:

Mithilfe eines Plusoptix Vision Screeners ist es aber möglich, eine Sehstörung schon bei Kindern ab dem 5. Lebensmonat aufzudecken (U5 beim Kinderarzt). Die Anwendung dauert weniger als eine Sekunde und kann berührungslos aus einem Meter Entfernung durchgeführt werden. Die Plusoptix Geräte erfassen die Vollrefraktion (Sphäre, Zylinder und Achse), die Symmetrie der Hornhautreflexe , Pupillendurchmesser (Anisokorie) und Pupillendistanz. Bei einem auffälligen Messergebnis soll eine Überweisung zum Augenarzt erfolgen. Die Messwerte des Amblyopiescreenings dienen dann als Eingangswerte für eine weitere augenärztliche Untersuchung.

Schlussfolgerung

Eine frühzeitige Augenvorsorge ist für jedes Kind unerlässlich, besonders weil sich Sehschwächen oftmals nicht bemerkbar machen. Mit Hilfe moderner Amblyopiescreening-Geräte von Plusoptix lassen sich Risikofaktoren für eine Amblyopie zuverlässig und vor allem frühzeitig erfassen. Ist ein Kind nicht ebreits in augenärztlicher Behandlung, sollte eine erste Augenvorsorge  noch vor dem ersten Lebensjahr erfolgen. Bei Auffälligkeiten in der Familie bereits ab dem 5. Lebensmonat.

War euer Kind schon bei einer Augenvorsorgeuntersuchung?

Mehr Informationen finden Sie unter www.augenvorsorge.info

 

 

 

[1] file:///C:/Users/admin/Downloads/Baumann_Früherfassung%20der%20Amblyopie%20in%20der%20kinderärztlichen%20Praxis.pdf

[2] https://www.schweizer-illustrierte.ch/family/alltag/dieser-trick-entlarvt-sehstorungen-bei-kindern

[3] file:///C:/Users/admin/Downloads/Baumann_Früherfassung%20der%20Amblyopie%20in%20der%20kinderärztlichen%20Praxis.pdf

 

 

 

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