Schielen von Kindern

Was oft harmlos und süß aussieht kann Folgen haben: Schielen bei Kindern ist ein Risikozeichen

Schielende Babys ab sechs Monaten und Kleinkinder sollten so früh wie möglich behandelt werden um Spätfolgen zu vermeiden. Warum Schielen so gravierend sein kann und welche Warnzeichen Eltern beachten müssen erfahrt ihr heute in unserem Blog:

Beim Schielen (auch Strabismus genannt) haben beide Augen nicht die gleiche Stellung, sondern sie blicken in verschiedene Richtungen. Das Schielen entwickelt sich oft im Babyalter. Oft wird es als harmlos abgetan, kann aber zu einer dauerhaften Einschränkung der Sehfähigkeit führen (Amblyopie), falls es nicht zu einer frühzeitigen Behandlung kommt.

Schielen kann zu einer dauerhaften Einschränkung der Sehfähigkeit führen

Warum Schielen manche Kinder?

Babys müssen erst erlernen beide Augen miteinander zu koordinieren. Daher ist es ganz normal, dass Säuglinge kurz nach der Geburt schielen. Sollte das Baby allerdings nach 6 Monate immer noch schielen, ist es ratsam einen Augenarzt aufzusuchen, vor allem wenn Schielen in der Familie bereits vorgekommen ist.[1]

Wenn das Kind schielt, sind die Bilder die im Gehirn ankommen so unterschiedlich, dass das Gehirn sie nicht zu einem Bild zusammenfügen kann. Das Gehirn wendet einen Schutzmechanismus an: Um ein Doppelbild zu vermeiden, wird ein Auge einfach vernachlässigt. Da es nicht genügend benutzt wird, entwickelt sich nur auf einem Auge ein gutes Sehvermögen. Das vernachlässigte Auge entwickelt gleichzeitig eine Sehschwäche (Amblyopie), die vor allem das räumliche Sehen erheblich beeinträchtigt.

Diese Tatsache bestätigt die Orthoptistin Christa Kampf im Interview mit Plusoptix: „Die Amblyopie des Auges ist eine Sehschwäche, die nicht durch eine Brille ausgeglichen werden kann. Sie entsteht durch das Nicht-Benutzen eines Auges. Wenn etwa durch Schielen Doppelbilder an das Gehirn geliefert werden, oder wenn ein Auge aufgrund eines Brechungsfehlers unscharfe Bilder liefert, wird das andere scharf sehende Auge bevorzugt benutzt. Das schwächere Auge wird am Sehen nicht mehr beteiligt. So kann es passieren, dass ein eigentlich gesundes Auge einfach „abgeschaltet“ wird. Räumliches Sehen kann sich dann nicht entwickeln, denn hierfür muss das Kind das beidäugige Sehen erlernen.“[2]

Leichtes Schielen bei Babys wird von den Eltern oft nicht erkannt

So erkennt man die Warnzeichen:

Wenn das Schielen sehr stark und somit auffällig ist, wird es meist von den Eltern schon recht früh erkannt. Leider ist leichtes Schielen häufig nicht sofort erkennbar und wird oft erst zu spät entdeckt. Wird das Schielen erst beim Einschulungstest entdeckt, so ist ein Auge manchmal schon amblyop (schwachsichtig) und für eine erfolgreiche Behandlung ist es womöglich zu spät. [5]

Um das zu verhindern sollten Eltern auf folgende Warnzeichen achten: [3][4]

  • Lichtempfindlichkeit
  • Augentränen
  • Kopfschmerzen und Müdigkeit
  • Zukneifen eines Auges
  • Schiefe Kopfhaltung
  • Ungeschickte Bewegungen
  • Zitternde Augen
  • Erschwertes Fixieren oder Greifen von Dingen

Formen des Schielens:

Beim Schielen stimmen die Blickrichtungen der Augen nicht überein. Häufig ist der Unterschied allerdings so minimal, dass es den Eltern nicht auffällt. Es kann entweder ein Auge schielen („monolaterales Schielen“) oder beide Augen schielen wechselseitig („alternierendes Schielen“).[6]

Außerdem wird unterschieden, in welche Richtung das Auge schielt. Häufig ist eines oder beide Augen zu stark nach innen gerichtet („Einwärtschielen“). Es kann aber auch nach außen, oben oder unten gerichtet sein.[7] Bei mehr als die Hälfte der Kinder mit Einwärtsschielen ist die Ursache eine Fehlsichtigkeit, die nicht behandelt wurde.[8]

Bei einem versteckten Schielen (latentes Schielen) kompensiert das Gehirn die Störung wodurch das Schielen nicht sichtbar ist und nur von Experten festgestellt werden kann. Kinder mit latentem Schielen können weniger Lust haben zu Lesen oder häufiger unter Kopfschmerzen leiden. Nur bei Stress oder Müdigkeit kann man das Schielen bemerken.

Im Gegensatz zum latenten Schielen, tritt das manifeste Schielen dauerhaft auf. Oft wird es durch unbehandelte Fehlsichtigkeit, wie beispielswiese Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder eine Hornhautverkrümmung, ausgelöst. Ist es nur ganz gering so nennt man es „Mikroschielen“. [9]

Wie kann Schielen behandelt werden?

Bei der Behandlung ist es vor allem wichtig, dass sie so früh wie möglich stattfindet. Denn bei fehlender Therapie können die Augen eine Fehlsichtigkeit entwickeln, obwohl sie eigentlich komplett gesund sind. Durch eine frühzeitige Behandlung kann die Sehleistung der Augen oft normalisiert werden. [10]

Brille: Oft kann das Schielen durch eine passende Brille in den Griff gebracht werden, idealerweise schon im zweiten Lebensjahr.[11]

Okklusionstherapie: Bei dieser Therapieform wird das stärkere Auge abgeklebt. Dadurch zwingt man das schwächere Auge sich stärker anzustrengen und verbessert so seine Sehleistung. Oft wird sie zusätzlich zur Brille eingesetzt. [12] Für wie lange und wann Kinder das Augenpflaster tragen müssen entscheidet der Augenarzt gemeinsam mit dem Orthoptisten individuell. Bei Babys kann man das Auge beispielweise 50% der Wachzeit abdecken. [13]

Eine Behandlung sollte vor allem so früh wie möglich stattfinden

Zwei gesunde Augen sind für das Wohlergehen eines Kindes von zentraler Bedeutung, denn eine Schwachsichtigkeit (Amblyopie) in Folge einer Sehstörung beeinträchtigt schulische Leistungen, erhöht die Unfallgefahr und schränkt die spätere Berufswahl ein.

Dank des Plusoptix Vision Screener kann ein Amblyopiescreening aber schon ab dem 5. Lebensmonat durchgeführt werden.  Anzeichen eines Schielens können so innerhalb weniger Sekunden erkannt und eine Amblyopie damit frühzeitig verhindert werden.

Das Amblyopiescreening wird von zahlreichen Kinderarztpraxen angeboten und auch bereits von vielen Krankenkassen bezahlt. Hierbei erhält der Kinderarzt in Sekundenschnelle objektive Messergebnisse, die mit den Normalwerten der entsprechenden Altersgruppe abgeglichen werden. Kinder, bei denen die Messwerte von den Normalwerten der Altersgruppe abweichen und das Ergebnis „auffällig“ angezeigt wird, sollen an einen Augenarzt überwiesen werden.

Mehr Informationen zum Thema Augenvorsorge bei Kindern gibt es unter: www.augenvorsorge.info

Bis zum nächsten Mal!

Euer Plusoptix-Team

 

Unentdeckte Sehstörung – Die Auswirkungen sind tragisch

Quellen:

[1] https://www.baby-und-familie.de/Gesundheit/Mein-Baby-schielt–muss-es-zum-Arzt-507601.html

[2] https://plusoptix.blog/2018/06/20/schielen-ist-bei-kindern-ein-risikozeichen/

[3] https://www.augen-scherer.de/index.php?option=com_content&view=article&id=53&Itemid=55

[4] https://das-elternhandbuch.de/schielen-bei-kindern-ursachen-formen-und-behandlung/

[5] https://www.augen-scherer.de/index.php?option=com_content&view=article&id=53&Itemid=55

[6] https://www.augen-scherer.de/index.php?option=com_content&view=article&id=53&Itemid=55

[7] https://das-elternhandbuch.de/schielen-bei-kindern-ursachen-formen-und-behandlung/

[8] https://www.augen-scherer.de/index.php?option=com_content&view=article&id=53&Itemid=55

[9] https://das-elternhandbuch.de/schielen-bei-kindern-ursachen-formen-und-behandlung/

[10] https://das-elternhandbuch.de/schielen-bei-kindern-ursachen-formen-und-behandlung/

[11] https://www.augen-scherer.de/index.php?option=com_content&view=article&id=53&Itemid=55

[12] https://das-elternhandbuch.de/schielen-bei-kindern-ursachen-formen-und-behandlung/

[13] http://www.maxlino.de/kinder-schielen-die-okklusionstherapie/

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